Annebarger Kaat – Lieder

Riesenrad auf der Annaberger KÄT

Riesenrad auf der Annaberger KÄT

De Annebarger Kaat – von Manfred Pollmer

Is Pfingsten wieder mol vürbei
Un zieht bei uns der Sommer ei,
do frat sich klaa, do frat sich gruß:
in Annebarg, do is wos lus.
Drüm mahrt net lang un kommt när rauf
Un macht emol an Pöhlbarg nauf!
Doß ihr mir ober ze dan Fast
de Galdbersch net vergaßt!
:
Nu guckt eich dos Gewärch när a
un rammelt an de Leit net na!
Is dos ne Lust, is dos e Treibn!
Do könnt mer togelang traten bleibn!
Ne Tut zen Blosen kriegt der Gung,
de Mad enn bunten Luftballon;
do werd emol gerazt dreinei,
wenn’s aah bluß Nieten sei.
:
Nu horcht när mol of dar Musik,
und dos Gekauks und dos Gequiek!
Un fahrt ihr mit der Geisterbah,
do halt eich anenanner a!
Un Reitschuln, die gibt’s haufenweis,
un Brotwurscht aah un Stangeleis,
un waar huchnauf Courage hot,
setzt sich in Riesenrod.
:
Un regnt´s eich, wos es regne ka,
do stießt bei uns kaa Mensch sich dra.
Zer Kaat, ihr Leit, dos muß su sei,
do waacht’s meitog schu alles ei.
Do spanne mir ne Regnscherm auf
un suhln erscht racht zen Kaatplatz nauf!
De Hauptsach is, zen Feierwark
blebt’s treten in Annebarg!
:
Refrain:
De Kaat, ihr Leit, de Kaat is schie,
die derft net bluß ne Woch lang gieh.
De Kaat, ihr Leit, iech bleib derbei,
die müßt es ganze Gahr lang sei!
:

Manfred Pollmer (* 10. November 1922 in Geyer; † 23. November 2000) war ein Mundartdichter und Heimatforscher des sächsischen Erzgebirges.
(vertont von Roland Sonntag, Neudorf)
erschienen in der Erzgebirgs Rundschau – Kätzeitung 2001

Annaberger-Kät-Lied

“Annaberger-Kät-Lied” von Anna Wechsler

In Arzgebärg weit ime dim bis nei in Böhmerland,
do is de Anneberger “Kat” vu altersher bekannt.
E Volksfast, wie’s kah gressersch gibt,
dos is de “Kat” bestimmt,
un wie’e Wallfahrt nimmt siechs aus,
wenn’s Volk gezuung kimmt.
:
Ja! Wenn de Maibaam blühn,
is Annebarger “Kat”, do freet siech Alt, do freet sich Gung,
free’n Bossen siech un Maad!
Worüm? Das wissen se salberscht net,
dr alte Zimmt geds Gahr, ’sis ner, daß mr de Pfeng lus werd
un in Gewarg miet war!
:
Erschienen in der Erzgebirgs Rundschau – Kätzeitung 2000

Das Annaberger Kät- Plakat.
Aus der Revue “Annaberg – für Dich” von Hanns Heinz Kämpff und Bernhard Münch.
Musik von Herbert Rainer

Jede Stadt hat ihr Pläsier,
Wo das Volk bei Wurst und Bier,
Kommt der Sommer erst heran,
Sich vergnügen soll und kann.
Vogelwiese, Schützenfest,
Sowas hat doch jedes Nest!
Doch die grösst’ Spezialität
Ist die Annaberger Kät!

Überall gibts viel Geschrei,
Wann dies Fest zu feiern sei,
Denn sehr schwierig ist die Frag’
Über Monat, Woche, Tag.
Hat man sich geeinigt dann,
Schimpft doch immer jedermann:
Dem zu früh und dem zu spät
Ist die Annaberger Kät!

Pfeifen, Knarren und Gequiek,
Schreien, Quietschen, auch Musik,
Schmalzgeruch und Würstelduft
Füll´n bei Tag und Nacht die Luft.
O wie schön ist solch Geschrei!
Doch wer wohnet nahebei
Ist entsetzt und stöhnt und fleht:
O die Annaberger Kät!

Allerlei ist hier zur Stell´:
Alle Arten Karussel,
Achter,- Rutsch- und Tunnelbahn,
Hippodrom und Schaukelkahn,
Krinoline, Riesenrad
Wird benutzt von Bub und Maad.
Jede Art von Bahn sich dreht
Auf der Annaberger Kät!

Wachsfigurenkabinett,
Riesendamen, zierlich nett,
Zaub´rer und dressierte Hund´,
Schauerdramen, grell und bunt.
Zirkus und Theater gar
Spielt aus Liliput die Schar.
Das und noch viel mehr ihr seht
Auf der Annaberger Kät!

Hast die Sinne du ergötzt,
Wird der Magen nun geletzt.
Kaffee, Kuchen, Wein und Bier,
Zucker, Sahne, kaufst du dir.
Saure Gurken, Aal und Eis,
Limonade, kalt und heiss,
Dir dort zur Verfügung steht
Auf der Annaberger Kät!

Auch dem Glück gibt man die Hand,
Spielt um Sessel, Bälle, Tand,
Wirft und würfelt, raadst und schiesst
Um Gewinne, die du siehst.
Doch das schönste Raadsen wär´
Ein recht großer Teddybär!
Den hat niemand noch verschmäht
Auf der Annaberger Kät!

Dass durch all die Herrlichkeit
Angelockt wird weit und breit,
Hat beschlossen klug der Rat:
Preisauschreiben für´n Plakat!
Schrecklich und modern war all´s;
Eins gefiel nur allenfalls
Rat und Richtern. Hier ihr´s seht:
Wir, die Annaberger Kät!

Doch nicht jedem es gefällt,
Das Plakat hier dargestellt.
Und der Volkswitz, garnicht faul,
Sagt, ich sei der Müller Paul!
Schimpfen kann, so viel er will,
Jeder, jede – ich halt’ still!
Hauptsach´ ist, dass jeder geht
Auf die Annaberger Kät!