Jun 15 2009
Der Stülpner mit einem twitteroptimierten Spruch der frei ist von Rechten Dritter ;))
Twitter: twitter.com/Stuelpner
Ist in #Annaberg die #Kät regnet es von früh bis spät … #Erzgebirgische #Volksweisheit #Erzgebirge
Jun 15 2009
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Jun 10 2009
Wenn ich an den Namen “Kät” denke, verbinde ich damit einige Erinnerungen. Als Kind habe ich meine Eltern zunächst nach dem Namen “Kät” gefragt, denn die drei Buchstaben in dieser Kombination sind selbst in der Wort- und Schriftsprache des Erzgebirges - besser: der Erzgebirgischen Mundart - sehr selten. Aber sie kommen vor. Und zwar tauchen sie in “Dreieinigkeit” auf, was am Wortende in Erzgebirgischer Mundart eben zu “Dreieinich-KÄÄÄÄT” wurde…, um es einmal zu überzeichnen
[Gäste: bitte in Annaberg von Einheimischen vorsprechen lassen...]. Damit ist das kirchliche Thema “Dreieinigkeit” gemeint, worum es zum Beispiel beim Pfingstfest geht. Somit liegen die Wurzeln des KÄT-Volksfestes auch in der christlich-abendländischen Tradition der Erzgebirgs-Region begründet.
Rückblickend auf die DDR-Zeit fallen mir zuerst die ganz besonderen Sattelschlepper-Zugmaschinen ein, die jedes Jahr im Frühsommer die B95 (damals “F95″) von Richtung Thum und Ehrenfriedersdorf gen Annaberg rollten. Und die großen Wagen hintendran mit allerlei Schausteller- und Buden-Zeugs für das große Fest… Spätestens da wußte jedes Kind, es ist wieder KÄT-Zeit! Und die leuchtenden Kinderaugen dachten sogleich an leckere Zuckerwatte, Schokoäpfel, DDR-Clubcola und natürlich Autoscooter! Die Erwachsenen aber dachten seinerzeit wohl eher an bierselige Volksfeststimmung, um die allgegenwärtigen Sorgen der damaligen Mangelgesellschaft für einige Zeit zu vergessen. Und es wurde zünftig gefeiert - jedes Jahr! Das ließ sich niemand nehmen: die KÄT auf dem Kätplatz in Annaberg war (und ist) ein fester Höhepunkt in der ganzen Region. Nicht nur die Dorfjugend rammelte mit ihren S50 nach Annaberg, um mal ordentlich einen Drauf zu machen, nein, jung und alt genossen die KÄT-Woche in vollen Zügen!
In den 90er Jahren ist mir natürlich zunächst die “neue Buntheit” der KÄT hängengeblieben: höher, schneller, weiter und vor allem “glitzernder” galt nun auch für die KÄT. Ständig neue Fahrgeschäfte und Attraktionen und nahezu nichts, was es nicht gab/ gibt. Die Marktwirtschaft hat halt auch ihr Gutes und brachte sicherlich einen ganz neuen Schwung in das regionale Event. — Doch eigentlich verbinde ich diese Jahre besonders mit den KÄT-Feuerwerken. Mit unserer Jugendgruppe standen wir fast jedes Jahr auf irgendeiner Höhe in Ehrenfriedersdorf, Schönfeld oder Wiesa und haben gebannt den Lichtkugeln über dem Pöhlberg zugeschaut. Das Feuerwerk war und ist jedes Jahr anders und es lohnt(e) sich jedes Mal. Eine treue Gemeinschaft von Umlandbewohnern versammelt sich samt ihren Autos auf den Feldwegen und Höhen und blickt auf den Nachthimmel der Erzgebirgshauptstadt, so als würden sie sie sich wünschen, die Feuerwerksaugenblicke noch etwas länger festzuhalten.
Es hat durchaus auch etwas mit dem Feuerwerk zu tun: wenn man am Feldrand im kniehohen Gras steht, was meist kalt und vor allem naß ist! Denn regnerisches Wetter scheint irgendwie zur KÄT zu gehören. Die Festwoche wird meist von trüben bis wechselhaftem Wetter durchzogen. Regenschirm, ein bißchen Abhärtung sowie vor allem Gute Laune und Gelassenheit sollten KÄT-Besucher und Feuerwerksgucker also schon mitbringen. Die sonnigen KÄT-Jahre gab es auch schon, doch diese “Ausnahmen” bestätigen ja eher die (Schlechtwetter-) “Regel”…
In diesem Sinne: eine fröhliche Festwoche, ein schönes Feuerwerk und viele tolle Erlebnisse wünscht
David Decker, KÄT-Besucher aus Ehrenfriedersdorf